Dreijahres-Retreat

„Dieser Ort ist sehr geeignet für Meditation. Großer Segen wird von diesem Platz ausgehen. Der Ort ist ein achtblättriger Lotus. Und in der Mitte des Lotus ist ein achtspeichiges Dharma-Rad. Dadurch, dass es sich dreht, werden alle Dharma-Zentren in Deutschland und alle Praktizierenden beschützt werden.“

– Gendün Rinpoche


Im Retreatzentrum Halscheid werden, mit Unterbrechung, seit 1986 die traditionellen Dreijahres-Retreats der Karma Kamtsang-Tradition durchgeführt. Inzwischen ist der 5. Zyklus zuende gegangen, der am hohen buddhistischen Feiertag Lha Bab Düchen am 20.11.2016 begann und an Chötrul Düchen, am 09.03.2020 endete.

Das nächste Dreijahres-Retreat wird wiederum an Lha Bab Düchen am 07.11.20 beginnen (geplante Kurse zur Vorbereitung siehe Programm).

Das Dreijahres-Retreat ist eine wichtige Retreatform innerhalb des tibetischen Buddhismus, und insbesondere in der Kagyü-Tradition. Im Dreijahres-Retreat werden alle wichtigen Meditations-Praktiken der Karma-Kagyü-Tradition erlernt, und viele Yogis haben auf diese Weise in der Vergangenheit bereits Siddhaschaft erreicht. Selbst wenn man dieses hohe Ziel nicht in einem Dreijahres-Retreat erreichen kann, so stellt man laut Thrangu Rinpoche doch die Weichen in Richtung auf dieses Ziel, so dass dies durch spätere intensive Praxis noch erreicht werden kann.

Die Wichtigkeit von Langzeitretreats wie dem Dreijahres-Retreat wurde auch durch den Besuch von S.H. dem 17. Karmapa in Halscheid im Jahr 2015 betont, wo S.H. den Ort durch seine Anwesenheit segnete und sich mit ehemaligen und derzeitigen Dreijahres-Retreatlern traf.

S.H. der 17. Karmapa Ogyen Trinley Dorje beim Besuch im Retreatzentrum Halscheid im September 2015

Programm des Dreijahresretreats

Das Dreijahresretreat dient dazu, sich mit den grundlegenden Meditationspraktiken der Karma Kagyü-Linie vertraut zu machen. Daneben erlernt man die Herstellung von Tormas, das Spielen verschiedener Ritualinstrumente usw. Das Programm wird in jedem Zyklus leicht variiert und an individuelle Gegebenheiten angepaßt.

Retreatbeginn ist in der Regel der hohe tibetische Feiertag Lha Bab Düchen (fällt meist auf November), was als besonders glücksverheißend für das Retreat gilt.

Zunächst widmet man sich dem Ngöndro, den Vorbereitenden Übungen. Diese bestehen aus der Kontemplation der Vier Grundlegenden Gedanken, Zufluchtnahme, Entwicklung von Bodhicitta und Niederwerfungen. Darauf folgen Vajrasattva, Mandala-Darbringung und allgemeiner Guruyoga. Das Ngöndro erstreckt sich insgesamt auf eine Zeit von ca. 9 Monaten.

Danach kommen spezielle Guruyogas, wie Milarepa-Guruyoga, Karma Pakshi-Guruyoga, Marpa-Guruyoga oder Gampopa-Guruyoga, um den Segen der großen Meister der Linie für die eigene Praxis zu erbitten. In der Regel werden die Guruyogas je einen Monat lang durchgeführt.

Auf die Guruyogas folgt die Mahamudra-Praxis (Shine und Lhagthong) für 1-2 Monate.

Nun beginnt mit Vajrayogini die erste Yidam-Praxis, die sich fast über ein ganzes Jahr hinzieht, mit Äußerer, Innerer und Geheimer Praxis.

Im Anschluß daran werden für 6 Monate die Sechs Yogas des Naropa praktiziert: Tummo, Illusionskörper, Traumyoga, Klares Licht, Bardo und Phowa-Praxis.

Hierauf folgen die weiteren Yidam-Praktiken, zuerst Khorlo Demchok für 3 Monate, dann Gyalwa Gyamtso für weitere 3 Monate.

Den Abschluß des Dreijahresretreats bildet die Langlebenspraxis der Weißen Tara.

Möglichkeit zu angepaßtem Programm

Wer keine finanziellen Schwierigkeiten hat, keine familiären Verpflichtungen, wer die Zeit dazu hat und die richtige Motivation, kann das gesamte Meditationsprogramm an einem Stück durchführen, was den größten Segen in sich birgt.

Doch nicht bei jedem, der gerne das Dreijahres-Retreat durchführen möchte, sind diese vier Voraussetzungen erfüllt. Um den Gegebenheiten der heutigen Zeit entgegenzukommen, wo viele Menschen oft nicht in der Lage sind, sich für einen Zeitraum von 3 Jahren zurückzuziehen, hat Thrangu Rinpoche schon im Jahre 2002 die Möglichkeit zur flexiblen Durchführung des Dreijahresretreats eröffnet. Der Zeitraum von 3 Jahren und 3 Monaten kann in kleinere Einheiten unterteilt werden, um so das komplette Programm in individuellen Zeitfristen durchführen zu können.

Die Dauer der einzelnen Zeitabschnitte sollte dabei wohl überlegt werden, um das Retreat nicht zu sehr zu zerstückeln. So empfiehlt Thrangu Rinpoche z.B., zu Beginn des Retreats zumindest für 3 Monate am Stück zu bleiben, um die Phase der Niederwerfungen abschliessen zu können. Für kürzere Retreatabschnitte empfiehlt er eine Mindestdauer von einem Monat.


Tagesablauf während des Retreats

Der Tagesablauf ist in insgesamt vier individuelle Sitzungen (Thüns) gegliedert, daneben gibt es zwei gemeinsame Pujas im Schreinraum.

5:00 – 6:45 Uhr 1. Thün
7:00 – 8:00 Uhr Grüne Tara-Puja und Riwo Sang
9:30 – 12:00 Uhr 2. Thün
14:30 – 16:00 Uhr 3. Thün
16:30 – 17:30 Uhr Mahakala-Puja und Sur-Opfer
19:00 – 21:00 Uhr 4. Thün


Unterstützung des Dreijahres-Retreats

Um die Tradition der Dreijahres-Retreats in Halscheid aufrechterhalten zu können, sind wir jedoch auf Unterstützung angewiesen. Dieser Ort, den Lama Gendün Rinpoche im obigen Zitat auf so wundervoll spirituell-poetische Weise beschreibt, stellt ein Mandala dar, das aus einem Zentrum und einer Umgebung besteht, die in wechselseitiger Abhängigkeit existieren, untrennbar voneinander. Auch wer nicht direkt die Möglichkeiten hat, um selber für längere Zeit an einem Retreat teilzunehmen, kann ein Teil dieses Mandalas werden und am Segen teilhaben, der von diesem starken Ort der Praxis ausgeht. Unsere hohen Lehrer betonen immer wieder, dass die Unterstützung eines Dreijahres-Retreats denselben Verdienst hervorbringt, wie die Teilnahme selber. Wer das von Herzen gibt, was er geben kann, selbst wenn es noch so gering erscheinen mag, kann sich dieses Verdienstes gewiß sein.

Man kann das Zentrum durch tatkräftige Hilfe vor Ort oder als Sponsor unterstützen, direkt für das Zentrum oder auch für Retreat-Teilnehmer, die sich hier für lange Phasen zurückziehen. Die Energie, die wir für die Aktivität S.H. ins Klausurzentrum geben, kommt ohne Zweifel nicht nur uns zu Gute, sondern auch allen Wesen, mit denen wir uns diese Erde teilen.


Die Bankverbindung für Spenden lautet:

Die Bankverbindung für Spenden lautet:
Tibetisch-Buddhistische Religionsgemeinschaft
Kreissparkasse Euskirchen
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BIC: WELADED1EUS

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